Missionarsstellung Drucken E-Mail

Das Christentum das unter Kaiser Konstantin (im 4. Jahrhundert u.Z.) zur Staatsreligion im römischen Reich erhoben wurde und fortan die abendländische Kultur bestimmen sollte, schloss in Punkto Sittenhygiene an die jüdische Tradition an.

Strikt wurde (im Jahre 326) verboten, was Lust aber nicht Fortpflanzung mit sich brachte.
Darunter fielen neben homosexuellen Praktiken auch heterosexuelle Stellungen, die nicht der sogenannten "Missionarsstellung" entsprachen sowie empfängnisverhütende Maßnahmen, Onanie und Sodomie. Die Fortpflanzungsmoral von Kirche und Staat führte im Mittelalter zu grausamsten Ausschreitungen gegen die Homosexuellen und die anderen "Fortpflanzungsverweigerer", die grundsätzlich mit dem Tod für die "Sodomiter" (wie alle Menschen zusammenfassend bezeichnet wurden, die sich dem "göttlichen" Fortpflanzungsgebot widersetzten) endeten.

Liebesumarmung (Maya-Zeichnung) Ganz anders sieht es bei den heute noch matriarchal lebenden TrobrianderInnen aus:
Der Missionarsstellung etwa – Frau unten, Mann oben, beide schauen sich an – verweigerten sich die Trobriander und Trobrianderinnen einfach. Bei ihnen lag die Frau zuerst auch auf dem Rücken, hatte aber die Beine aufgestellt, während der Mann eine hockende Position einnahm und sie dann zu sich hoch zog, so dass sich beide gegenüber saßen.

Bronislaw Malinowski, suchte auf den Trobriand-Inseln vor der Küste Neuguineas nach der Bedeutung exotischer Sitten und Gebräuche und lebte lange dort. Er schildert zahlreiche Varianten der „pazifischen Stellung“.

Die europäische Position galt den TrobrianderInnen als unschicklich und unpraktisch und hieß "ibilimapu", "Sie kann nicht mitmachen".