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Simonie ist der nach Simon Magus benannte Handel
mit geistlichen Ämtern und Sakramenten.
Die Simonie galt zwar als Sünde, wurde jedoch kaum je kirchenrechtlich
verfolgt. |
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Die Alten betrachteten die
Abtreibung generell als die Privatsache der Frauen, bei der kein
Mann das Recht hatte, sich einzumischen. |
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Durch den Verkauf von Ablass machte die
patriarchale Kirche ohne materielles Wagnis einen enormen Profit - es
kostete sie lediglich das Versprechen, die AblasskäuferInnen würden
von ihren Sünden losgesagt und damit nach dem Tode zum Himmelreich
zugelassen. Kein Kunde kehrte je mit einer Betrugsbeschwerde zurück. |
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Mit dem Aufstieg der
patriarchalen Religionen - vor allem unter den Griechen -
entwickelte sich der Glaube, dass der väterliche Samen dem Fötus die
Seele verleiht. Die kirchen-hörigen Männer sorgten sich um die
Sicherheit aller Körperbestandteile, die sie von sich fort gaben
(abgeschnittene Haare und Fingernägel, Speichel und Blut), damit
keine Zauberei dem Lebenden durch etwas schaden könnte, was einmal
Bestandteil seiner selbst gewesen war. Diese Angst konzentrierte
sich besonders auf das Sperma als Erweiterung der väterlichen Seele. |
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Es war ein allgemein übliches Verfahren der
Päpste, den Befehlshabern der Kreuzzugsheere Generalablass (die
Vergebung aller - auch der zukünftigen! - Sünden) zu gewähren. Das
Zuckerbrot der Ablassbriefe wurde so das geistige Gegenstück zur
Exkommunikation, der die Kraft zugeschrieben wurde, einen Sünder
unwiderruflich ins Höllenfeuer zu verdammen. |
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Wenn der vom Mann gezeugte Fötus
zerstört wurde, musste nach dem damaligen männlichen Verständnis
auch er selbst mit Sicherheit seelischen Schaden nehmen. Auch Thomas
von Aquin vertrat diese Meinung, indem er behauptete, der Samen (der
ja streng biologisch genommen nicht "Same", sondern "Pollen" ist)
sei das Gefährt der Seelen.
Es war eine logische Fortführung dieser Meinung, dass Abtreibungen
durch das Gesetz bestraft werden müssen, nicht weil sie gefährlich
für die Frauen, sondern weil sie gefährlich für die Männer waren! |
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Mit dem Verkauf von Ablassbriefen finanzierten
sich die Päpste ihren aufwendigen Lebensstil und ehrgeizige Projekte
- so etwa den Bau des Petersdoms. Papst Alexander VI. (1492-1503)
begründete auf der Ablasskrämerei ein ganzes Handelsimperium. Der
von Leo X. (1513-1521) ausgesandte Dominikanermönch Johann Tetzel
bereiste das deutsche Reich, wo er Ablassbriefe feilhielt, die - je
nach Preis - für eine unterschiedliche Anzahl an Tagen Befreiung vom
Fegefeuer versprachen. |
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Im Osten war die Abtreibung bis
zum fünften Monat, in dem die Kindsbewegungen fühlbar wurden,
absolut legal. Nach diesem Zeitpunkt, war eine Frau, die ihren Fötus
abtrieb, den Schriften der Brahmanen zufolge des Mordes schuldig.
Vor diesem Zeitpunkt besaß der Fötus keine Seele und die
Schwangerschaft konnte straflos unterbrochen werden. Diese Lehre
verkörperte sich auch in der katholischen Kirche in der Doktrin von
der passiven Empfängnis, die bis ins späte 19. Jahrhundert erklärte:
Die Seele kommt im fünften Monat der Schwangerschaft hinzu, um den
Fötus zu beleben, der bis dahin ohne Seele war. |
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Tetzel kündigte sich mit den Worten an:
"Ich halte Freibriefe solcher Art feil,... der Menschen Seele ins
Paradies zu geleiten. Auf jegliche Todsünde, deren mehrere gemäß
unserem Bekenntnis jeglichen Tag begangen werden, sind uns sieben
Jahre der Buße, sei es auf Erden oder im Fegefeuer, auferlegt. Wer
würde um eines Viertelguldens willen zögern, einen meiner Briefe zu
erwerben, erwirbt er so doch seiner göttlichen und unsterblichen
Seele die himmlischen Freuden des Paradieses?"
(Welches Geschlecht das Geld besitzt, und wer
"sündigt" /Gewalt ausübt, ist dir wohl hinreichend bekannt...) |
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1869 änderten die Kirchenväter
ihre Meinung über den Zusammenhang zwischen Seele und Fötus. Dabei
gestand sie stillschweigend ein, dass entweder ihr Gott seine Kirche
über die Methode, wie er die Seele im Körper installiert, falsch
informiert hatte. Oder dass dieser Gott sich entschlossen hatte,
seine Methode zu ändern. Papst Pius X. verkündete jedenfalls
plötzlich, die Seele würde schon im Moment der Befruchtung
empfangen.
In Wirklichkeit hatten die Kirchenväter nur mit ein paar Jahren
Verspätung entschieden, sich einigen neuen Gesetzen anzuschließen,
die jedoch von Männern, nicht von deren Gott gemacht worden waren. |
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Ein Zeitzeuge des 15. Jahrhunderts berichtet:
Dieser Tage rufen die Sünder aus "Was schert's
mich, wie viele und große Übel ich vor Gott tu, kann ich doch ohne
die kleinste Mühe und auf einen Schlag völlige Vergebung an Schuld
und Sünden erlangen durch den Ablass, den mir der Papst garantiert
und seinen Freibrief, den ich um vier Pfennige erstanden." Die
Ablasskrämer ziehen von Ort zu Ort und bieten ihre Briefe für zwei
Pfennige oder einen guten Trunk Weins und Biers feil, mitunter auch
gegen ihre Spielschulden, item gegen die Befriedigung ihrer
fleischlichen Lust oder als Hurenlohn. |
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In Europa wurde die Abtreibung
erst im 19. Jahrhundert als Verbrechen eingestuft. In den USA
erscheint sie zum ersten Mal 1830 als Strafbestand.
Heute geben die Kirchenväter verlogen vor, "immer schon"
gegen Abtreibung gewesen zu sein. Das war sie ganz und gar nicht,
denn der Zorn der mittelalterlichen Kirche richtete sich nicht gegen
Abtreibungen an sich, sondern gegen die Hebammen, die sie vornahmen.
Natürlich ging es um Geld. Das Handbuch der Inquisition stellt fest:
"Niemand fügt der katholischen Kirche mehr Schaden zu als die
Hebammen."
[Quelle: J. Sprenger und H.
Institoris "Der Hexenhammer" (Malleus maleficarum), München, dtv,
1986]
Die christlich-patriarchalen
Männer waren überhaupt nicht gegen das Töten der Ungeborenen,
immerhin verbrannten sie scharenweise schwangere Frauen als Hexen.
Sogar die schwangere Frau eines Stadtrats wurde 1630 in Bamberg
gefoltert und verbrannt, obwohl normalerweise die Frauen und Töchter
der Reichen und Einflussreichen verschont blieben.
Hier wirft sich die Frage auf:
Wieso konnten eigentlich die "sündigen Hexen" keine Ablassbriefe
kaufen? |
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Reginald Scot war der Ansicht, in der
Ablasskrämerei zeige sich die Oberflächlichkeit der christlichen
Lehre - vor allem dort, wo sie mit der Bilderverehrung einherging.
Er schrieb über "die Verblendung einiger Papisten, die zwar die
Absurdität der päpstlichen Religion erkennen und eingestehen - die
Einführung und Förderung der Idolatrie (d.h. Bilder werden
nicht als Symbol gesehen, sondern als Fetisch angebetet) und des
Aberglaubens, vor allem den an Bilder, Ablass und die Reliquien der
Heiligen - und trotzdem darauf beharren, dass der restliche
Dogmenplunder heilig und gut ist."
[Nachzulesen: Scot,
Reginald "Discovery of Witchcraft", Yorkshire, 1973] |
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Die Bestrebungen der vergangenen
Jahre zur Legalisierung der Abtreibung waren offensichtlich
behindert durch die Unkenntnis darüber, wie jung das Verbot des
Schwangerschaftsabbruchs ist. Daneben aber auch durch die allgemeine
männliche Einstellung, dass Frauen durch den Zwang zum Kinderkriegen
unter Kontrolle gehalten werden müssten.
Betty Roszak schreibt in ihrem Buch
"Masculine/Feminine":
"Männliche Gesetzgeber haben den Gedanken einer Legalisierung des
Schwangerschaftsabbruchs verlacht und auf eine beispiellose
Promiskuität (auf Seiten der Frauen, nicht der Männer!) hingewiesen,
für den Fall, dass so etwas erlaubt werden sollte. Währenddessen
sterben jedes Jahr Tausende verzweifelter Frauen als direkte Folge
der Männergesetze, die eine Abtreibung verbieten. Die Frauen lernen
die Bedeutung dieses männlichen Gelächters und die Gleichgültigkeit
gegenüber dem riskantesten und ernstesten biologischen Vorgang, dem
sich Frauen unterziehen, kennen, ob sie wollen oder nicht."
Infoseite über Abtreibung |
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Nicht alle Katholiken waren oder sind mit dem
Ablasshandel einverstanden. Der Nürnberger Schuhmacher und
Meistersinger Hans Sachs fasste seinen Spott über die Ablasskrämerei
in seinem Gedicht "Die wittembergisch Nachtigall" in Verse, die bald
als geflügeltes Wort überall verbreitet waren:
Legt ein, gebt
euwer hilff und stewr
Und lößt die seel aus dem Fegefewr
Bald der guldin im Kasten klinget
Die Seel sich auff gen hymel schwinget. |
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Die katholischen Kirchenväter
bestehen nach wie vor auf ihrem Anspruch, über die reproduktive
Funktion der Frauen Autorität zu besitzen. Katholische Krankenhäuser
verweigern die Durchführung von Abtreibungen, selbst wenn das Kind
Folge einer Vergewaltigung ist. (Der Vergewaltiger hat sich sicher
schon einen Ablasszettel gekauft...) |
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Ach du denkst, der Ablasshandel sei eine Sache aus
dem "finsteren Mittelalter"??
Da täuschst du dich aber, das Mittelalter ist
auch nicht finsterer als unsere heutige "moderne" Zeit:
Ohne Sünde ins neue Jahrtausend
ist der Artikel in der Süddeutschen Zeitung im
Oktober 1998 überschrieben, den ich dir nicht vorenthalten möchte.
Untertitel:
Der Papst bietet im Heiligen Jahr einen Jubiläumsablass an
Es wird ein
Jahr voller symbolischer Handlungen sein, und seine Schatten wirft
es schon voraus. Bei einem feierlichen Hochamt in der
Vatikan-Basilika will Johannes Paul II. an diesem Sonntag eine
sogenannte Päpstliche Bulle vorstellen, mit der das Jahr 2000
offiziell zum Heiligen Jahr erklärt wird. Der 2000. Geburtstag des
Religionsgründers Jesus soll für die katholische Kirche "ein
festliches Ereignis" werden, das zig Millionen von Pilgern vor allem
nach Rom und zu den heiligen Stätten in Israel locken wird.
Die Bulle, ein feierlicher päpstlicher Erlass, wurde am Freitag im
Vatikan veröffentlicht. Sie regelt die Ritualien für die
Jubiläumsfeiern in aller Welt, enthält aber auch selbstkritische
Aussagen. Beispielsweise bekräftigt der Papst seine Ansicht, das
Jahr 2000 müsse auch die katholische Kirche zum Anlass nehmen für
eine kritische Gewissenserforschung. Ihre Geschichte sei zwar "eine
Geschichte der Heiligkeit", (Anm.: Wann war das ???) verzeichne aber
auch viele Ereignisse, "die ein Antizeugnis gegenüber dem
Christentum darstellen". Deshalb müsse die Kirche "Vergebung für die
Sünden ihrer Kinder aus Vergangenheit und Gegenwart" erflehen.
[...]
Das Jahr
2000 soll nach den Worten des Papstes die gesamte Kirche in "eine
neue Zeit der Gnade und der Sendung" hineinführen. Dazu enthält die
Bulle einen ausdrücklichen Hinweis auf "den missionarischen Einsatz
der Kirche" und die "heutigen Erfordernisse einer Evangelisierung",
die das II. Vatikanische Konzil herausgestellt habe. [...]
Eröffnet
werden die Jubiläumsfeierlichkeiten, die vom 25. Dezember 1999 bis
zum 6. Januar 2001 dauern sollen, in der Weihnachtsnacht des
kommenden Jahres im Vatikan. Der Papst wird dann die "Heilige
Pforte", eines der fünf Tore der Petersbasilika, das üblicherweise
zugemauert ist, mit Hammerschlägen öffnen und hindurch schreiten.
Ähnliche Zeremonien folgen in den anderen Patriarchalkirchen Roms.
Auch in Jerusalem und Bethlehem sind Feiern vorgesehen.
Aus Anlaß des Jubiläums verkündete Johannes Paul II. einen
besonderen Ablaß, mit dem "dem reuigen Sünder die zeitliche Strafe
für Sünden" erlassen wird. Laut dem Dekret "Anweisungen für die
Erlangung des Jubiläumsablasses" des Apostolischen Bußamtes (Pönitentiarie)
kann der Ablaß jedoch nur einmal täglich nach Ablegung der Beichte
und nach Teilnahme an einer Messe gewonnen werden. Die Gläubigen
gelangen gemäß einem genau festgelegten, umfangreichen Katalog von
Bedingungen in den "reichlichen Genuß des Ablaßgeschenkes". |
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Was das mit dir zu tun hat? Du bist gar nicht
katholisch? Gehst überhaupt nicht in die Kirche? Bist längst
ausgetreten? Hast auch deine Kinder nicht zwangseintreten lassen,
sie sind nicht getauft.
Dazu lasse ich eine Leserin zu Wort kommen:
"Ich unterstütze keine korrupten Unternehmen,
die leider völlig legal den Staat vor ihren Karren spannen, um das
Volk auszunehmen. Es wird endlich Zeit, dass auch in Deutschland
Staat und Kirche voneinander getrennt werden. Das heißt für mich
auch, Religionsunterricht hat in den Schulen nichts zu suchen. Er
gehört verboten. Schließlich gibt man der Maffia und anderen
kriminellen Organisationen auch keine Gelegenheit, schon kleine
Kinder in den Schulen für Ihre krummen Absichten zu begeistern."
UND: Selbst wenn du keine Kirchensteuer
zahlst, so werden aber die Finanz-BeamtInnen, die diese Zahlungen
verwalten und an die Kirchen weiterleiten, auch von deinen
Steuergeldern bezahlt!
UND: Wir hatten sechzehn Jahre lang eine
Regierung, die sich "christlich" nennt. In einigen Bundesländern und
in der Kommunalpolitik sitzen weiterhin Kirchenväter oder Männer
von CDU/CSU. Politik und Religion sind miteinander verfilzt und
ziehen an einem Strang, wenn es darum geht die patriarchale Väter-Macht aufrechtzuerhalten.
Das hat eben doch mit dir zu tun! |
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