Die Töchter der Großen Göttin

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2. Das Rätsel der „vorehelichen Promiskuität ohne Empfängnis“

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Seelen kommen und gehen

Hallo Du,

jetzt habe ich das schon öfters mit den Seelen gehört, das sie ihre "Familie" und Umgebung selbst aussuchen!
Ist das nicht ein bisschen zu einfach den plötzlichen Kindstod oder Fehlgeburten damit zu entschuldigen? Damit bekommen wir Frauen ja erst recht Schuldgefühle!

Ich war nicht gut genug für das kleine Ding, ich bin eine schlechte Mutter, es hat sich bei mir nicht geborgen gefühlt?
Oder was passiert mit Menschen die man tötet? Mord!?! Diese Seelchen wollten doch leben, wie entschuldigt man diesen Tod?

Oder den Tod von Ungeborenen Babys, die abgetrieben werden, weil die Mutter sie aus irgendwelchen, schwerwiegenden Gründen nicht austragen kann, möchte?

Also Sie sehen Fragen über Fragen, das Thema interessiert mich schon, aber bitte empfehlen Sie mir jetzt nicht gleich ein Buch.
Für die kurze Beantwortung meiner Fragen, wäre ich Ihnen vorab recht herzlich dankbar!
Viele Grüße, Marion

Liebe Marion (und andere),
mit der Schuld ist das so eine Sache.
Schuld kann es nur geben, wenn es "Gutes/Richtiges" und "Schlechtes/Falsches" gibt. Habe ich was "falsch" gemacht, dann bin ich Schuld daran, habe ein schlechtes Gewissen und evtl. Angst vor Bestrafung.

So weit, so klar?

Was ist aber nun richtig oder falsch?
Ein Beispiel, da ich gerade beim Tomaten-Pflanzen bin: Wenn ich die Wassertriebe abknipse, fließt die Kraft der Pflanze vorwiegend in die Früchte, und weniger in die Blätter. Viele große Tomaten will ich ja haben. Damit aber pfusche ich der Natur ins Handwerk, denn aus irgendeinem Grund wächst ja die Pflanze so, wie sie eben wächst. Mache ich da etwas falsch, wenn ich die Pflanze manipuliere oder ist es ok?

Übertrage das Beispiel auf beliebige andere Sachen: 

  • Schweinezucht, die ohne Antibiotika nicht auskommt, aber viel Fleisch abwirft;

  • Bäume fällen und das ökologische Gleichgewicht durcheinander bringen; 

  • Genmanipulation; 

  • Ultraschall und weibliche Föten abtreiben; usw. 

Was ist richtig, was ist falsch - wo fängt die Schuld an, was ist "harmlos"?

Wir haben dafür alle eine "innere Instanz", die uns sagt, was wir verantworten können. Jede einzelne von uns und individuell.
"Ich spür' es im Bauch" sagen manche. 

Die einzige Regel des Universums lautet: 
"Tu alles, solange du nicht schadest".

Und auf einer anderen Ebene gehört sogar diese Regel  zu den Illusionen (vgl. Richard Bach Illusionen.)

Damit wir als Gesellschaft von einigen wenigen Mächtigen gut manipuliert werden können, begannen unsere patriarchalen Vor-Väter und -Mütter vor etwa 4000 Jahren die sogenannten "Werte" zu definieren. Sie setzten fest, was richtig und was falsch ist - es war ungefähr das Gegenteil von dem, was bis dahin gegolten hatte. (Vgl. Entstehung Patriarchat)

Und zwar definierten sie in der Art, dass das "Richtige" der Machterhaltung einiger weniger Herrscher nützt, und "Falsches" eben dieser Macht abträglich ist. Du kannst jedes Regelwerk daraufhin analysieren - von der Bibel über unsere juristische Gesetzgebung bis zum Koran und den ungeschriebenen "moralischen" Gesetzen.

Wir sind so an dualistisches Richtig/Falsch-Denken gewöhnt, dass wir glauben, ohne dies wäre ein soziales Zusammenleben nicht möglich.

Im Patriarchat ist es so, dass Kirche so wie Staat intensiv mit Schuldzuweisungen arbeiten und wir haben das verinnerlicht. Die Justiz funktioniert ausschließlich mit Schuld und Bestrafung. Das Schulsystem, die Familienhierarchie - alles, wo du hinschaust.

Entgegen aller Logik fühlen sich dann Frauen auch schuldig, wenn ein Seelchen sich nach kurzem Besuch wieder verabschiedet.

Alles zu seiner Zeit

Wie oft habe ich mich in einer unbekannten Gegend schon verfahren und bin an der falschen Adresse, vor dem falschen Haus gelandet! Sollte das ein Problem für die Leute sein, die dort wohnen?

Zeigt uns die Natur nicht, dass sie verschwenderisch ist? Warum bestehen wir gerade auf diesem Kind, das offensichtlich nicht bleiben wollte - aus welchem Grund auch immer?

Frauen haben die energiezehrende Angewohnheit, sich für alles, was nicht ins patriarchale Konzept passt, verantwortlich zu fühlen. Anstatt sich mal zu fragen: Was passt eigentlich in mein eigenes Konzept!? 

 

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Ich habe nicht viel Nützliches von meiner Mutter lernen können, aber mit einem Satz hatte sie recht: "Man weiß nie wofür es gut ist." Und oft in meinem Leben hat sich der Sinn erst viel später herausgestellt.

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