Magie
Der Begriff der Magie wurde im Lauf der letzten Jahrtausende
dämonisiert und verleugnet, lächerlich gemacht und missbraucht,
profanisiert, und allein schon der Verdacht der Nähe zur Magie
reichte aus, um stigmatisiert zu werden. Das Bekenntnis zur
Magie führte in manchen Zeiten zum qualvollen Foltertod, aber
auch in wenigen blutrünstigen Zeiten mindestens zum direkten
sozialen Abstieg.
Matriarchale Magie
Es ist nicht selbstverständlich, dass Magie missbraucht
wird
- nur in patriarchalen Systemen geschieht dies, wo im Grunde
alles missbraucht wird.
Ich zitiere daher Malidoma Somé, der in einem matriarchal
strukturierten afrikanischen Stamm aufgewachsen ist, wo Magie
zum Alltag aller gehört und von der Gemeinschaft genutzt wird:
"In der Dagara-Welt [sein Stamm] unterscheidet man nicht
zwischen Realität und Imagination. Für uns besteht die engste
Beziehung zwischen Gedanke und Wirklichkeit. Sich etwas vorzustellen,
also die Gedanken stark darauf zu konzentrieren, kann dieses
Etwas auch ins Dasein rufen. Menschen z.B., die das Leben pessimistisch
betrachten und immer das Schlimmste erwarten, erzeugen diese
Realität im allgemeinen auch. Menschen dagegen, die erwarten,
dass ihnen alle Dinge zum Besten dienen, erleben die Welt meist
auch so.
Denn was ist Magie anderes, als die Fähigkeit,
Gedanken und Energien so zu konzentrieren, dass sich Ergebnisse
auf der sichtbaren Ebene einstellen?"
Quelle: Malidom Patrice Somé
Vom Geist Afrikas
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