Die Töchter der Großen Göttin

Reise in eine versunkene Welt

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Lady of Se

Lady of Sé

Ein wunderschönes Beispiel aus der Lengyel-Kultur ist diese ca. 21 cm hohe Skulptur mit ihrem eleganten Torso und den wohlgeformten Brüsten.

Solche auffallenden Brüste waren ein wichtiges Motiv während des nächsten Jahrtausends.

Sie wurde in Sé, in der Nähe von Vas in Ungarn gefunden und entstand ca. 5000 v.u.Z.

 

 

 

 

 

Unsere wahre Geschichte ist schön!

Was für Menschen waren unsere prähistorischen VorfahrInnen, die in beziehung zu den Urahninnen und -ahnen  standen?

Wie sah das Leben in jenen Jahrtausenden unserer kulturellen Evolution vor dem Beginn der Geschichtsschreibung aus?

Und was können wir aus jenen Zeiten lernen, das für unser eigenes Zeitalter von Bedeutung wäre?

Da sie uns keine geschichtlichen Berichte oder Nachschlagewerke hinterlassen haben, konnten die Wissenschaftler nur aus Indizien schließen. Beinahe alles, was wir z.B. in der Schule über frühere Epochen gelernt haben, basiert auf Interpretationen und zwar durch die vatermännliche, also patriarchale, Brille betrachtet. Selbst die detaillierten Abhandlungen über die Vor- und Frühgeschichte der Griechen in klassischer Zeit, der Römer, Juden und frühen Christen beruhen ebenfalls hauptsächlich auf Auslegungen, die außerdem noch ohne die Hilfe moderner archäologischer Methoden entstanden.

Aus bruchstückhaftem Material vermittelten uns die erzväterlichen Wissenschaftler ein Bild, das dem traditionellen Modell unserer Kultur angepasst war: eine geradlinige Entwicklung vom "primitiven" zum so genannten "zivilisierten Menschen". Beide haben – allen Unterschieden zum Trotz – eine wesentliche Eigenschaft gemeinsam: Sie erobern, töten und herrschen.

In den letzten zwanzig Jahren hat sich etwas Gravierendes geändert:

1. Durch enorm verbesserte archäologische Technologien und Teams (keine Einzelgänger-Unternehmen wie früher) erhielten wir bei Ausgrabungen einstiger Siedlungsareale  zahllose neue Informationen über die Vorgeschichte, insbesondere über das Neolithikum (Jungsteinzeit). Das ist jene Epoche, in der unsere VorfahrInnen erstmals sesshaft wurden und von Ackerbau und Viehzucht zu leben begannen.

2. Die Kompetenz und Sichtweise einer mittlerweile ausreichenden Zahl an weiblichen Wissenschaftlerinnen und Archäologinnen lehrt uns ein neues Verständnis der Zeitgeschichte.

Eine wichtige Quelle dieser neuen Informationen sind Ausgrabungen von Gebäuden nebst Inhalt – also Kleidungsstücke, Schmuck, Nahrungsmittel, Möbel, Gefäße, Werkzeuge und andere Gegenstände des täglichen Lebens. (Die traditionell weibliche Domäne - wie wollen patriarchale Vatermänner sich da eindenken und sinnvoll interpretieren?)

Eine weitere Quelle sind freigelegte Grabstätten, die uns nicht nur eine Menge über die Einstellung der Menschen zum Tod verraten, sondern auch viel über ihr Leben.

Die reichste Informationsquelle ist jedoch die Kunst und eine überaus wichtige dazu. Warum ist die Kunst so wichtig?

Auch wenn eine schriftliche und/oder verbale Überlieferung vorhanden ist, ist die Kunst eine Form der symbolischen Kommunikation.

Die umfangreiche Kunst des Neolithikums – Wandmalereien mit Alltagsszenen oder mythologischen Darstellungen, Statuetten mit religiösen Themen oder Friese, auf denen Kulthandlungen zu sehen sind, Gefäßdekorationen, Siegelbilder oder Gravuren auf Schmuckstücken – verrät uns eine Fülle von Details über das Leben und Sterben der Menschen jener Zeit und vermittelt einen Einblick in ihre Glaubenswelt.

Zu den erstaunlichsten Zügen der neolithischen Kunst gehören die Dinge, die sie nicht darstellt!

  • Ein scharfer Kontrast zur Kunst späterer Zeitabschnitte liegt darin, dass in dieser Zeit idealisierende Darstellungen bewaffneter Macht, von Grausamkeiten und Gewaltherrschaft fehlen.

  • Keine Darstellungen von "edlen Kriegern" oder Schlachtenszenen, keinerlei "heldenhafte Eroberer", die ihre Gefangenen in Ketten legen, noch irgendwelche anderen Beweise für Sklaverei.

  • Weder die Urahninnen, in ihren vielfältigen Darstellungen, noch ihre männlichen Nachkommen tragen jene Symbole, die wir gemeinhin mit Macht assoziieren: keine Speere, Schwerter oder Donnerkeile, wie wir sie von irdischen Herrschern  und auch als Symbole des Vater-Gottes kennen, der Gehorsam erzwingt, indem er tötet und verstümmelt.

Noch mehr:

Der Kunst jener Zeit fehlt in verblüffender Weise jede bildliche oder figürliche Darstellung von Herrschern und Beherrschten, von Herren und Untertanen, wie sie für dominatorisch orientierte Gesellschaften so charakteristisch sind.

Was wir hingegen überall finden – in Tempeln und Häusern, auf Wandmalereien und Gefäßverzierungen, an runden, tönernen Statuetten sowie Basreliefs – ist eine stattliche Reihe von Natursymbolen. In enger Verknüpfung mit der Achtung des zyklischen Lebensprinzips bezeugen sie Ehrfurcht und Staunen vor der Schönheit und dem Mysterium des Lebens.

In den Tempeln von Çatal Hüyük (Anatolien) finden wir Darstellungen des Urprinzips in Form von schwangeren als auch gebärenden Symbolfigurinen. Häufig werden sie von Tieren wie Leoparden und vor allem Kühen oder Stieren begleitet.

Der Symbolismus ist lunar und chthonisch (wiss. "der Erde entspringend") und basiert auf dem Verständnis, dass das Leben auf der Erde ewige Wandlung bedeutet. Ein konstanter und rhythmischer Wechsel zwischen Schöpfung und Zerstörung, Geburt und Tod.

Die drei Mondphasen – neu, zunehmend und voll – wiederholen sich in der Dreifaltigkeit oder drei-funktionalen Gottheiten, die an diese Mondphasen erinnern:

  • Jungfrau, Mutter, Weise Frau;

  • lebensspendend, todbringend, transformativ;

  • wachsend, sterbend, selbsterneuernd.

Das Leben beinhaltet den Tod und dieses Konzept von Wiedergeburt und Erneuerung ist vielleicht das beeindruckendste und dramatischste Thema, das wir in diesem Symbolismus der Urahninnen wahrnehmen. Die offensichtliche Analogie erkennen wir wieder in den vielfältigen Phänomenen, den ewigen Kreisläufen der Natur selbst.

Geschichte: Reise in eine "vergessene" Welt

Arbeitsteilung

Unsere wahre Geschichte
ist schön!

Unsere Wurzeln

 

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stier frau.gif (4711 Byte)

Der Stier als Symbol in der alt-europäischen Kunst ist das genaue Gegenteil der indo-germanischen Mythologie (dort ist er ein Symboltier des Donner-Gottes).

Die Figur links liefert uns den Schlüssel, um zu verstehen, weshalb der Stier mit der Wiedergeburt verknüpft ist:

 stier kopf.gif (6917 Byte)

Es handelt sich nicht um einen Stier-Kopf, sondern um die weiblichen Geschlechtsorgane (dargestellt in einem medizinischen Sachbuch von Cameron 1981). Die Ähnlichkeit ist wirklich unübersehbar.

 

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