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Zehn Gründe nie wieder Röcke zu tragen
Im Zug der neuen Weiblichkeit verliert der Hosenanzug an Strenge.

Mittlerweile gibt es nur mehr wenige Berufszweige oder Firmen, wo Hosen noch nicht akzeptiert werden. Die Fa. BMW in München gehört dazu. Und interessanterweise auch Wall Street, obwohl dort schon vor langem entdeckt wurde, dass das Tragen einer Krawatte nichts damit zu tun hat, ob mann ein guter Aktienmakler ist oder nicht.
Zwischen 1990 und 1998 ist der Verkauf von Hosenanzügen in den USA um 167% gestiegen!
Und trotzdem: wenn der berufliche Einsatz wirklich hoch und maximale Power nötig ist, entscheiden sich die meisten Frauen für einen Rock. Das alte Tabu ist nicht tot. Ich vermute, dass hier aus psychologischen Gründen der Rock an erster Stelle steht.
Außergewöhnlich einflussreiche Geschäftsfrauen und Politikerinnen sehen wir fast nie in Hosen. Sie bevorzugen "konventionelle" Kleidung, der patriarchalen Vorschrift folgend, um damit ihre Macht zu schützen, anstatt ihre Macht für die Alternative einzusetzen, und damit Frauen die Option zu bieten, sich so zu kleiden wie die meisten es lieber mögen.
Offensichtlich lernen auch Frauen, die "es geschafft" haben nicht, das "Weibchen" außen vor zu lassen. Sie verlassen sich lieber auf das sexy Outfit, anstatt auf Ihre Kompetenz und Ihre Persönlichkeit, die ja vorhanden sein müssen, sonst hätten sie es nicht geschafft.
Frauen in den Zwanzigern und Anfang Dreißig sind die Mehrheit der berufstätigen Hosenträgerinnen. Brauchen wir etwa noch eine weitere Generation, um das Vorurteil auszumerzen, dass Hosen irgendwie ungeeignet sind?
Oder schlüpfen Karrierefrauen in Röcke, so wie sie mehr Verantwortung bekommen und verstärken damit wiederum dieses Vorurteil?

Der Anzug ist aus dem Dornröschenschlaf aufgewacht. Er brilliert in
femininer
Eleganz ebenso wie in progressivem New Age.
Na gut, wenn Autorität 'männlich' aussieht, dann wären Hosen für uns ja nicht schlecht. Auf der anderen Seite signalisieren solche Anstrengungen - nämlich auf der Karriereleiter überholen zu wollen - wenig Selbstvertrauen.
Es ist doch einfach so, dass zu traditioneller Frauenkleidung ein Rock gehört. Oder? Und wenn Sie beruflich vorwärts kommen wollen, dann sollten Sie die Spielregeln einhalten.
Aber wer hat diese Spielregeln gemacht? Männer?
Ich fürchte, ja.
Der berühmte, quirlige Volkswirt Thorstein Veblen sagte im vorletzten Jahrhundert: "Der wesentliche Grund, dass wir so starken Gefallen am Rock finden, ist nämlich dieser: ... er beeinträchtigt die Trägerin bei jeder Bewegung."
Seit hundert Jahren sind wir einen weiten Weg gegangen. Und obwohl die Frauen die Hälfte der Weltbevölkerung stellen und 2/3 der Arbeitsstunden leisten, erhalten wir nur 1/10 des Welteinkommens und besitzen weniger als 1/100 des Gesamteigentums.
Vielleicht sollten Männer, so wie zu früheren Zeiten, seidene Kniehosen tragen, um ihren Status zu demonstrieren und uns die normalen Hosen des 'gemeinen Volkes' überlassen ...
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