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Wie präsentieren sich Frauen? Wie verschaffen sie sich Respekt und Anerkennung? Tun sie das überhaupt? Inwiefern tragen Frauen zu schlechter Behandlung und benachteiligten Situationen selber bei? |
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Verschiedene Kleidung hat verschiedene Gangarten zur Folge.
Ähnlich wie die unterschiedlichen Gangarten eines Pferdes: Trab, Galopp usw. Eine Frau oder ein Mann in einem engen Rock geht auf bestimmte Art und Weise: etwas kürzere Schritte, schmal gesetzte Füße, manchmal sogar voreinander gesetzte Füße, wie auf einem Seil balancierend.
Dieser Gang ist das Gegenteil von raumgreifendem "kräftigen Ausschreiten". Es ist ein enger, verhaltener Schritt, im Extrem als "Trippeln" zu bezeichnen.
Bei dieser Schrittweise sind Schuhe mit Absätzen passend und kein
Problem.
Weil sie ohnehin keine Riesenschritte zulassen. Im Gegenteil, je höher
der Absatz, desto labiler der Stand und der Gang, er verträgt keinen
kräftigen Stoß von der Seite und funktioniert auch schlecht auf Kopfsteinpflaster.
Dieser
Gang signalisiert "ich bin schwach, bitte stütze mich".
Er ist das, was allgemein unter "elegant und weiblich" verstanden
wird!
Jetzt ziehen wir uns lange Hosen an.
Da ist plötzlich kein nacktes Bein bzw. scheinbar nacktes Bein mehr (Nylons), sondern ein Haufen Stoff auf beiden Seiten. Ein enger Gang funktioniert nicht mehr, der Stoff reibt aneinander. Also gehen wir 1-2 cm breiter.
"Man fordere nicht Wahrhaftigkeit von den Frauen,
solange man sie in dem Glauben erzieht, ihr vornehmster Lebenszweck
sei zu gefallen."
Marie von Ebner-Eschenbach
Ist für einen sicheren Gang ja auch komfortabler, so wie Hosen sowieso bequemer sind, weil wir im Sitzen nicht dauernd die Knie aneinander drücken müssen. Wir können uns sogar im Schneidersitz niederlassen, wo es hinpasst!
Was ziehen wir zum Bergsteigen, Gartenumgraben oder Fensterputzen
an? Hosen.
Und nicht weil wir schick darin aussehen, sondern allein, weil sie praktisch
und bequem sind und uns erlauben, in verschiedenen Positionen die Knie
voneinander zu lösen.
D.h.
wir gehen nicht wie eine Seiltänzerin sondern nehmen mit unserem Stand
oder Gang mehr Raum ein.
Dies wird allgemein als "stark und männlich" bezeichnet.
Es war Ende der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts,
als eine Zeitungsmeldung informierte:
Esther Ofarim, damals mit Abi auf Deutschland-Tournee, wurde in einem
bekannten Hamburger Hotel der Zutritt verweigert. Sie trug einen Hosenanzug.
Männlich wollen wir als Frauen zwar nicht sein, aber stark, kraftvoll und raumgreifend sind Begriffe, die wir uns als moderne, selbstbewusste Frauen in einigen Bereichen bereits erobert haben und in den anderen Bereichen noch erobern wollen.
Auf Frauensprache beispielsweise passen diese Ausdrücke. Worauf sie aber nicht passen, sind Stöckelschuhe. Die passen zum ALTEN Frauenbild.
Frauen, die also ihre Möglichkeit, kräftig auszuschreiten, sich die Welt zu erobern, mit Stöckelschuhen einschränken, obwohl sie bereits die Hosen und komfortable Röcke für sich erobert haben, die einen starken, kraftvollen Gang erlauben - sind dumm!
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