Wie präsentieren sich Frauen? Wie verschaffen sie sich Respekt und Anerkennung? Tun sie das überhaupt? Inwiefern tragen Frauen zu schlechter Behandlung und  benachteiligten Situationen selber bei?

Körpersprache

Spielregeln für eigenmächtige Frauen

Wieder einmal quillt der Briefkasten über und wir sortieren wie immer:
eins auf den Tisch, zwei ins Altpapier...

Da erscheint ein dicker Umschlag - Drucksache.
Ein Kleider-Versandhaus-Katalog. Tisch oder Altpapier?

Werfen Sie ihn nicht zum Altpapier, heben Sie ihn auf! Wir wollen mal gemeinsam darin blättern.
Sie brauchen keine neue Garderobe? Und schon gar nicht von denen? Ist recht, das soll kein Einkaufsbummel werden, sondern eine Untersuchung in Sachen KÖRPERSPRACHE.

Das ist's ja, was den Menschen zieret,
und dazu ward ihm der Verstand,
dass er im innern Herzen spüret,
was er erschafft mit seiner Hand.
                   Schiller, das Lied von der Glocke

Die Hand

Wir folgen der Fährte des Körperausdrucks und wollen wissen:

  • Wie halten Frauen ihre Hände?
  • Warum halten Männer die ihren anders?
  • Und: Was hat das zu bedeuten?

Männer:

  • Hände in den Taschen
  • Fäuste sichtbar
  • Daumen im Gürtel eingehakt
  • Fäuste auf den Oberschenkeln
  • Handgelenk gerade
  • Finger in der Tasche, Daumen herausgestreckt
  • Ellbogen abgewinkelt
  • Arm ausgestreckt - richtungsweisend
  • Hände, Finger schmucklos
  • starker, energiegeladener Ausdruck

Frauen:

  • Hand am Gesicht, am Hals, am Ohr
  • Hand fasst das Haar, den Halsschmuck an
  • Hände berühren den eigenen Körper oberhalb der Brust
  • Finger gestreckt, spannungsarm
  • lange, lackierte Nägel
  • Schmuck an Handgelenk und Fingern
  • wenig Kraft und Energie in der Hand, "lascher" Ausdruck

Die Hand - Werkzeug der Macht

Bleiben wir bei der ursprünglichen Bedeutung des Wortes, so ist Macht eine natürliche Gabe von uns allen.

Machen heißt können, handeln, und zwar kneten, mischen etc. - also Brotbacken oder Häuser bauen.

Und so zeigen sich unsere Hände: kraftvoll, energiegeladen und bereit zur Tat.

Aber nur Männerhände - jedenfalls in unserem Katalog. Frauenhände sind zu schön zum Brotbacken. Niemand würde von ihnen kraftvolles Zupacken verlangen.

Nun ist es ja vielleicht toll, andere für sich arbeiten und anpacken zu lassen. Diese Lebensform hat nur einen Nachteil: sie macht schwach und hilflos. Eines Tages bist du ohnmächtig, der Kraft deiner Hände nicht mehr mächtig.

Alle sehen, dass du unfähig bist, zu schlagen, zu schwach, dich auch nur zu verteidigen.

Ach - das tun andere für dich! Und welchen Preis zahlst du für den Schutz?

Die Arme

Wer einen langen Arm hat, kann Einfluss geltend machen.

Er oder sie kann andere am steifen Arm verhungern lassen.

Die lateinischen "arma" sind ganz im Sinne dessen, was in unserer Welt wichtig ist, zum Kriegsgerät geworden. "Gerätschaft" sind sie immer, menschliches Arbeitszeug.

Beweglich müssen sie sein, kräftig und geschickt. Sie halten das Gleichgewicht beim Laufen, breiten sich aus zur Umarmung oder schützen den Körper im Streit.

Ängstlichkeit macht sich eng. Klein und schmal sein stellt weniger verletzbare Fläche dar. Außerdem wirkt es auf Angreifer nicht bedrohlich.

Macht und Angriffslust breiten sich anders aus: die Ellbogen schieben sich weit zur Seite, das verbreitert den Oberkörper. Steht der Sinn nach Kampf, so gehen auch die Arme in Alarm-Bereitschaft: sie schweben eine Handbreit über den Revolvergriffen.

All'arme - zu den Waffen!

Unsere Armierung, unsere Armee.

Der Arm der Frau ist keine Waffe.
Eng an die Rippen gepresst, macht sich ihr Kriegsgerät schmal, fast unsichtbar.
Verschämt hinter dem Rücken versteckt, sagen sie: ich tu dir nichts, ich bin nicht armiert.

Aber die Frau verfügt ja über ganz eigene Waffen - sagt mann.

coverBuchtipp:

Hände berühren, begreifen, formen...

 

 

 

 

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Tipp

"Der tote Fisch in der Hand und andere Geheimnisse der Körpersprache"

  


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