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Wie präsentieren sich Frauen? Wie verschaffen sie sich Respekt und Anerkennung? Tun sie das überhaupt? Inwiefern tragen Frauen zu schlechter Behandlung und benachteiligten Situationen selber bei? |
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Wieder einmal quillt der Briefkasten über und wir sortieren wie
immer:
eins auf den Tisch, zwei ins Altpapier...
Da erscheint ein dicker Umschlag - Drucksache.
Ein Kleider-Versandhaus-Katalog. Tisch oder Altpapier?
Werfen Sie ihn nicht zum Altpapier, heben Sie ihn auf! Wir wollen mal
gemeinsam darin blättern.
Sie brauchen keine neue Garderobe? Und schon gar nicht von denen? Ist
recht, das soll kein Einkaufsbummel werden, sondern eine Untersuchung in
Sachen KÖRPERSPRACHE.
Das ist's ja, was den
Menschen zieret,
und dazu ward ihm der Verstand,
dass er im innern Herzen spüret,
was er erschafft mit seiner Hand.
Schiller, das
Lied von der Glocke
Die HandWir folgen der Fährte des Körperausdrucks und wollen wissen:
Männer:


Frauen:
Die
Hand -
Werkzeug der Macht
Bleiben wir bei der ursprünglichen Bedeutung des Wortes, so
ist Macht eine natürliche Gabe von uns allen.
Machen heißt können, handeln, und zwar kneten, mischen etc. - also
Brotbacken oder Häuser bauen.
Und so zeigen sich unsere Hände: kraftvoll, energiegeladen und bereit zur Tat.
Aber nur Männerhände - jedenfalls in unserem Katalog. Frauenhände sind zu schön zum Brotbacken. Niemand würde von ihnen kraftvolles Zupacken verlangen.
Nun ist es ja
vielleicht toll, andere für sich arbeiten und anpacken zu lassen.
Diese Lebensform hat nur
einen Nachteil: sie macht schwach und hilflos.
Eines Tages bist du ohnmächtig, der Kraft deiner Hände
nicht mehr mächtig.
Alle sehen, dass du unfähig bist, zu schlagen, zu schwach, dich auch nur
zu verteidigen.
Ach - das tun andere für dich! Und welchen Preis zahlst du für den Schutz?
Wer einen langen Arm hat, kann Einfluss geltend machen.
Er oder sie kann andere am steifen Arm verhungern lassen.
Die lateinischen "arma" sind ganz im Sinne dessen, was in unserer Welt wichtig ist, zum Kriegsgerät geworden. "Gerätschaft" sind sie immer, menschliches Arbeitszeug.
Beweglich müssen sie sein, kräftig und geschickt. Sie halten das
Gleichgewicht beim Laufen, breiten sich aus zur Umarmung oder schützen den
Körper im Streit.
Ängstlichkeit macht sich eng. Klein und schmal sein stellt weniger verletzbare Fläche dar. Außerdem wirkt es auf Angreifer nicht bedrohlich.
Macht und Angriffslust breiten sich anders aus: die Ellbogen schieben sich weit zur Seite, das verbreitert den Oberkörper. Steht der Sinn nach Kampf, so gehen auch die Arme in Alarm-Bereitschaft: sie schweben eine Handbreit über den Revolvergriffen.
Unsere Armierung, unsere Armee.
Der Arm der Frau ist keine Waffe.
Eng an die Rippen gepresst, macht sich ihr Kriegsgerät schmal, fast
unsichtbar.
Verschämt hinter dem Rücken versteckt, sagen sie: ich tu dir nichts, ich bin
nicht armiert.
Aber die Frau verfügt ja über ganz eigene Waffen - sagt mann.
Hände berühren, begreifen, formen...
Übersicht Körpersignale
"Der tote Fisch in der Hand und andere Geheimnisse der Körpersprache"
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Hannelore Vonier