| Die Verdrängung des Matriarchats durch Wüstenbildung und Hunger |
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Wie konnte sich dieser Zustand ändern, wenn doch matriarchale Gesellschaften von der natürlichen Auslese begünstigt werden müssten, da ihre Prinzipien die naturgemäßen, angeborenen sind, die das Leben fördern und unterstützen? DeMeo fand aufgrund seiner Daten verschiedene globale Muster heraus. Die frühsten dieser kulturellen Veränderungen gingen einher mit grundlegenden klimatischen Veränderungen. Dies geschah in spezifischen Regionen der Alten Welt, in Nordafrika, im Nahen Osten und in Zentralasien: diese relativ feuchten Gebiete wurden trocken und wurden verlassen mit der Konsequenz, dass durch den Zusammenfall der Umwelt- und Kulturbedingungen die Bindungen zwischen Mutter und Kind so wie zwischen Frau und Mann in traumatischer Weise zerstört wurden. Soziale Folgen von Dürre, Verwüstung und Hungersnot Augenzeugenberichte der jüngsten Vergangenheit, z.B. aus Afrika, über soziale Veränderungen während Hungersnot und Unterernährungsphasen beweisen, dass solche Notsituationen das Hineindrängen früher patriarchaler Völker in matriarchale Gesellschaften verursacht haben. Auf der Suche nach Nahrung verlassen Männer ihre Familien und kehren oft nicht zurück. Kinder und Frauen müssen so alleine ums Überleben kämpfen; Kinder schließen sich zu Banden zusammen um Nahrung zu stehlen. Am längsten hält noch die Bindung zwischen Mutter und Kind, wobei nach einer gewissen Zeit auch die verhungernde Mutter ihr Kind verlassen wird, bzw. stirbt.
Klinische Untersuchungen haben ergeben, dass Nahrungsmangel und
Hunger in der frühsten Kindheit neben physiologischen Schäden auch
irreparable psychische Folgeschäden verursachen. Säuglinge werden durch
Hunger und Unterernährung in gleicher emotioneller Weise beeinflusst,
wie sie unter den Bedingungen einer Isolation und Deprivation von der
Mutter auftreten.
Diese Schädeldeformationen und das Festeinwickeln der Kinder wurde, wie archäologische Funde bestätigten, feste, institutionalisierte Tradition der Kindererziehung in den Wüstengebieten Zentralasiens. Diese Tradition blieb auch noch bestehen, nachdem diese Völker sesshaft wurden.
Hier zeigt sich Wilhemlm Reichs Theorie bestätigt:
Interessanterweise konnte man auch feststellen, dass Beschneidung
und Infibulation bei Männern und Frauen aus noch nicht bekannten
Gründen ihren Ursprung und geographischen Schwerpunkt im großen
Wüstengürtel der Alten Welt hatte. Diese Methoden setzen sich als Charakterpanzer fest, unabhängig davon, ob sich die Umweltbedingungen oder die Nahrungsversorgung wieder ändern.
Quelle:
Zusammenfassender Ausschnitt aus dem Kapitel "Entstehung und Ausbreitung des Patriarchats - die 'Saharasia'-These, 34 S. von James DeMeo in Nach Reich von James DeMeo und Bernd Senf (Hg.) |


Im Zusammenhang mit Dürre- und Wüstenbildung sind
Körperdeformationen bei Säuglingen und Kindern erkannt worden. Hier
werden Säuglinge doppelt traumatisiert: durch Hitze und Hunger und
durch starre, bewegungsverhindernde und kopfverformende Tragegestelle,
wie sie die wandernden Völker in Zentralasien verwendeten.
Nach
DeMeo sind also Dürre, Wüstenbildung und Hunger Ursache der Zerstörung
und Zerrüttung von familiären, liebevollen Bindungen. Diese Zerrüttung
wird auf die Nachkommen übertragen; nach wenigen Generationen
entwickeln sich verstärkt patriarchale gewalttätige Haltungen, die sich u. a. in
traumatisierenden Körperdeformationen und Genitalverstümmelungen bei
Säuglingen niederschlagen. Die älteren, matriarchalen Verhaltensweisen
werden allmählich ersetzt.
